Erstläuten der neuen Glocken in St. Michael in Bamberg
Am 3. Adventssonntag, dem 14. Dezember 2025, erklingt erstmals das auf elf Glocken erweiterte Geläute der ehemaligen Klosterkirche St. Michael in Bamberg. Zwischen 16:30 und 19:30 Uhr werden im Rahmen einer öffentlichen Vorführung zunächst alle Glocken einzeln geläutet. Im Anschluss erklingen die Geläute von Dachreiter sowie Nord- und Südturm im Einzelnen. Den feierlichen Abschluss bildet das erstmalige Zusammenläuten aller elf Glocken.
Bereits im 16. Jahrhundert befanden sich in der Klosteranlage von St. Michael insgesamt elf Glocken. 1610 wurde die Klosterkirche bei einem Brand schwer beschädigt und ihr Geläute vernichtet. In den Jahren 1613/14 lieferte der Nürnberger Glocken- und Stückgießer Hans Pfeffer drei neue, große Glocken und eine kleine Silberglocke für die Michaelskirche. 1735 ergänzte der Bamberger Glockengießer Johann Ignatius Höhn das Geläute um zwei Chorglocken für den Dachreiter. Diese wurden 1789 und 1794 von Joachim und Georg Michael Keller umgegossen. Dieses historische Geläute hat sich bis heute nahezu unverändert erhalten – ein in der süddeutschen Glockenlandschaft außergewöhnlicher und nahezu einzigartiger Bestand.
Mit der Schließung der Kirche aufgrund statischer Schäden im Jahr 2012 verstummte auch der Klang ihrer Glocken. Schäden am Glockenstuhl und den Türmen lenkten die Aufmerksamkeit auch auf das Geläute. Für einen dauerhaften Erhalt der historischen Glocken sollte der Altbestand ergänzt werden. Nach umfangreichen Vorplanungen konnten am 15. November 2024 in der Glockengießerei Gebr. Rincker in Sinn sechs neue Glocken gegossen werden, die das historische Geläute entlasten und zugleich erweitern. Nach ihrer feierlichen Weihe am 4. Juli 2025 wurden die Glocken in die Türme aufgezogen und montiert. Mit dem ersten gemeinsamen Läuten der neuen und der alten Glocken am 14. Dezember 2025 findet das Projekt seinen vorläufigen Abschluss. Die Feinintonation des Geläutes sowie letzte Arbeiten in den Türmen erfolgen bis zur Wiedereröffnung der Michaelskirche am 25. April 2026.
Künftig werden die elf Glocken nach einer liturgisch und musikalisch differenzierten Läuteordnung eingesetzt. Das Geläute ist in erster Linie als Registriergeläute konzipiert und wird vornehmlich in wechselnden Kombinationen erklingen. Die gewöhnlichen Läuteanlässe während der Woche werden dabei hauptsächlich von den neuen Glocken übernommen, während die historischen Glocken gezielt und differenziert zum Einsatz kommen. Für besondere Tage sind verschiedene Kombinationen vorgesehen, die zumeist entweder auf der Michaelsglocke oder der Benediktsglocke aufbauen. Das Geläute aller Glocken bleibt herausgehobenen Anlässen vorbehalten.

Kurzvorstellung des Geläutes als Tonaufnahme